Es passiert mir superselten, dass ich im Kino einschlafe. Gestern ist es wieder mal vorgekommen. Nicht nur zwei Sekunden mal wegnicken und dann wieder voll dabei, nein, ich habe mehrere Minuten geschlafen. Wenn es in diesem Film etwas total Spannendes und Tolles gab, dann habe ich es verschlafen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Als auf der Leinwand erschien "Buch eins..." hatte ich mir gedacht: Schön, der Film ist unterteilt in Kapitel, soll es ja geben.
Wir beginnen mit dem Wasser und mit so unlogischen Szenen, dass ich fast geheult hätte. Es ist ein Wasservolk. Diese Leute leben auf dem Eis, jagen dort, kennen das Eis in- und auswendig. Okay, dass die Jugendlichen noch nicht so gut beim Jagen sind, akzeptiere ich, wobei das bei so einem Volk doch schon seltsam ist, aber schwarze Schafe gibt es überall. Dass aber einer der Jugendlichen mitten auf dem Eis auf eben dieses einschlägt, ohne sonderliche Vorkehrungen, Sicherungen, Pläne... das schreit! Nein, keiner würde einfach so auf das Eis einprügeln, denn jedem logisch denken Menschen käme in den Sinn: Das Eis kann zerbersten, es kann Risse geben, die sich schnell ausbreiten und plötzlich macht es "Platsch". Ja... es macht auch genau das alles, nur Platsch macht es nicht. Stattdessen kommt eine riesige Kugel zum Vorschein, die dann aufgebrochen wird, darin liegen ein komisches Flugwegen und ein Kind mit einem Pfeil auf dem Kopf. (Eigentlich sind es Symbole, die sich auch über den Rücken des Kindes ziehen... aber es gibt später im Film ein Zeichnung: Kind mit Pfeil auf dem Kopp!)
Lange Rede kurzer Sinn: Dorf des Wasservolkes wird von Feuervolk überfallen, die wollen eigentlich die Ältesten mitnehmen, finden dann aber das Pfeilkopfkind und nehmen das mit. Ist ja auch viel besser, denn dieses Etwas muss eine kleine Prüfung bestehen und schwups wissen alle: Das ist der Avatar! Der war seit hundert Jahren, der kleine Feigling und ist doch eigentlich der einzige, der die vier Elementarvölker (Feuer, Wasser, Erde, Luft) beherrschen kann. Damit die sich auch nichts gegenseitig tun.
Seine neuen Wasserfreunde allerdings retten ihn mit dem Flugviech. Jippieh.
Irgendwie gibt es dann noch einen Prinzen von den Feuervölkern, der ist aber eigentlich tot, zumindest denken das alle und dann ist er aber doch da und reist auf einem Schiff (Herrje, Umweltverschmutzung hoch 10, die Schiffe stoßen derart viel Ruß und Staub und so aus, dagegen ist eine uralte Dampflok ein Waisenknabe) hin und her und vernichtet das Luftvolk, denn der neue Avatar sollte einer von ihnen sein. Nun ja... irgendwann finden wir heraus, dass das Pfeilkopfkind eben abgehauen ist während der Ausbildung, weil es ja keine Familie gründen kann, wenn es Avatar ist (das sind Werte, die hier vermittelt werden, nicht wahr? In einer Welt, in der die Zahl der Scheidungen und unehelichen Kinder wächst, sucht ein Pfeilkopfkind sein zukünftiges Heil in der Familiengründung! Das wird den Kinder - der Film ist ab 6 Jahren - das richtige vermittelt - ob das auch so ankommt....??)
Wie gesagt, ich hab geschlafen und die spannenden Teile des Filmes verpasst. Natürlich wird der böse Feuerprinz gut, weil er sich verliebt (glaube ich zumindest) und eine süße Weißhaarige opfert sich - sie geht baden und ist plötzlich schwarzhaarig. Was Wasser nicht alles kann... (nächster vermittelter Wert: Geh Dich waschen, dann wirst Du sauber!). Der Avatar will dann plötzlich doch Avatar sein, weil das ja viel cooler ist und er die ganzen Elemente lernen muss, damit er sie auch beherrschen kann.
Ende gut, alles gut - und ich war ausgeschlafen.
Leider wurde meine Hoffnung nicht erfüllt. Der Film hat Fortsetzungen. Wenn er ein Erfolg wird, werden es wohl 3!
"Die Legende von Aang" ist der Film zu einer Zeichentrickserie, die angeblich sehr erfolgreich auf dem Sender "Nickelodeon" läuft.
Ein Mix aus Buddhasuche, buddhistischen Traditionen, fernöstlicher Kampfkunst, schlechter schauspielerischer Leistungen (es sind auch gute dabei, keine Frage) - und einem sehr guten Szenenbild. Ja, das macht den Film sehenswert: Die Landschaft, die Bilder, die Schönheit des Hintergrundes. Dafür lohnt sich der Film. Die Idee ist gut, aber die Ausarbeitung bescheiden. Leider.
Werde ich Teil 2-4 ansehen? Joah, vielleicht, aber nur, wenn ich kostenlos ins Kino kann - oder alles auf DVD erhältlich ist und ich das nach dem angucken auch wieder loswerden kann.
Vielleicht ist das ganze in Buchform besser - und ja, die Kids stehen auf diese Zeichentrickserie "Avatar".
Ich habe mich viel mehr darüber gewundert, dass Kinder nicht mal 103min. lang im Kino die Klappe halten können und nicht mal ihren Müll in den bereitgestellten Abfalleimer schmeißen. Es hat wohl auch eine Popcorndusche gegeben, zumindest sah der Boden so aus. Und ich frage mich: Wenn diese Kinder (die zum Teil mit ihren Eltern zusammen im Kino waren) einen öffentlichen bzw. nichteigenen Raum derart verunreinigt verlassen, wie sieht es dann bei denen zu Hause aus? Wurstbrot, mag ich nicht! Klatsch ich mal lieber an die Wand. Mir sind Chips runtergefallen, naja, paar Mal drüber gehen, dann sind sie klein und man denkt, es wäre der Teppich... (der Wert des Aufräumens und der Ordnung wurde nicht vermittelt, aber wir haben ja auch noch drei Folgefilme!)
Ansehen? Wenn man die Zeichentrickserie mag, ja. Wenn man auf gute Szenenbilder steht, ja. Wenn man sich gerne Gedanken darüber macht, wie man einen Film verbessern kann, ja. Ansonsten: Spart euch das Geld, schaut euch was anderes an oder geht ein riesengroßes Eis essen.
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